Sterbe- und Trauerbegleitung
Sterbe- und Trauer-
begleitung
Was bedeutet es zu sterben? Und was bedeutet es Abschied zu nehmen?
Der Tod verändert nicht nur das Leben der Sterbenden, sondern auch das ihrer Angehörigen und Freunde. Er bringt Fragen mit sich, Unsicherheit, Angst – manchmal auch Stille, für die es Worte braucht.
Wir von DIE BRÜCKE möchten in dieser Zeit Begleiter sein. Wir nehmen uns die Zeit für Gespräche, das Zuhören und dem einfachen „Dasein“. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schenken Zuwendung, entlasten Angehörige und stehen im Moment der Trauer als vertrauensvolle Stütze zur Seite.
Doch unsere Arbeit beginnt nicht erst im Moment des Abschieds.
Im Rahmen von Informations- und Vortragsveranstaltungen laden wir dazu ein, sich mit dem Thema Sterben, Tod und Abschied schon im Vorfeld auseinanderzusetzen. Denn wer informiert ist, kann bewusster entscheiden – und auch leichter über das sprechen, was oft unausgesprochen bleibt.
Wir geben Einblicke in unsere Begleitungsarbeit, bieten Orientierungen.
Hospizliche Arbeit
Seit Mitte 2000 gibt es eine Zusammenarbeit mit der Hospiz-Initiative, in der wir versuchen, fachliche Kompetenzen weiterzuentwickeln und gegenseitig nutzbar zu machen, die Vorbereitung zu verbessern und zu koordinieren, die Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam voranzubringen und somit unsere Außenwirkung zu vergrößern. Hospizliche Arbeit, vor allem die ehrenamtliche ambulante Tätigkeit, muss sichtbarer und bewusster werden.
Regionale Zusammenarbeit
Zum Wohle der Sterbenden und ihrer Angehörigen sind wir als aktiv tätiger, ambulanter Verein bestrebt, in Zusammenarbeit mit allen anderen hospizlich arbeitende Gruppen, Diensten und Einrichtungen in und um Schwerte zusammenzuwirken und uns gegenseitig mit dem jeweiligen Angebot zu ergänzen. Wir möchten mit den Pflegeteams, Sozialstationen, Ärzten und Seelsorgern zusammenarbeiten und bieten ihnen und den Sterbenden unsere Unterstützung an.
Die Grundlage unserer Arbeit
Die würde des Menschen ist unantastbar
Jeder hat das Reicht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
bundesärztekammer
Bundesärzte-
kammer
Die Grundsätze der Bundesärztekammer zur Ärztlichen Sterbebegleitung besagen, dass es die Aufgabe des Arztes ist, unter Beachtung des Selbstbestimmungsrechtes des Patienten Leben zu erhalten, Leiden zu lindern und Sterbenden bis zum Tod beizustehen. Er muss dabei den Willen des Patienten beachten.
Der Arzt ist verpflichtet, Sterbenden zu helfen, dass sie in Würde zu sterben vermögen. Dabei kann die Linderung des Leidens so im Vordergrund stehen, dass eine möglicherweise unvermeidbare Lebensverkürzung hingenommen werden darf.
Aktive Sterbehilfe ist unzulässig und mit Strafe bedroht, auch dann, wenn sie auf Verlangen des Patienten geschieht.
Hospizbewegung
Hospiz-
bewegung
Hospizbewegung und Sterbebegleitung – Konzepte und Leitlinien des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW).
Das Konzept der Landesregierung NRW zur Hospizbewegung orientiert sich u.a. an folgenden Leitsätzen:
Sterben und Tod müssen in der Öffentlichkeit behutsam thematisiert werden, um die Bevölkerung die Bereitschaft dafür zu wecken, sich in der Sterbebegleitung zu engagieren und neue Wege zu gehen.
Ziel muss es sein, vorrangig ein Sterben zu Hause zu ermöglichen. Der Schwerpunkt der Hospizarbeit liegt somit im ambulanten Bereich und wir vor allem durch die überwiegend ehrenamtlich tätigen Begleiter/innen geleistet. Die Einbeziehung und Unterstützung der Angehörigen ist dabei so weit wie möglich anzustreben.
Kann eine Begleitung Schwerkranker und Sterbender zu Hause nicht ausreichend sichergestellt werden, ist in Einzelfällen die Versorgung durch ein stationäres Hospiz angezeigt.
Die verschiedenen ambulanten und stationären Dienste und Einrichtungen der Kranken-, Alten- und Behindertenhilfe müssen ein Netzwerk bilden, um effektiv und umfassend wirken zu können.
Die notwendige Vorbereitung der ehrenamtlich tätigen Kräfte muss sichergestellt sein.
Zehn Wünsche eines sterbenden für seinen begleiter
Denke dann nicht, wenn es soweit ist und du hier ratlos an meinem Bett sitzt, dass ich tot sei. Das Leben dauert länger, als die Ärzte sagen. Der Übergang ist langwieriger, als wir bisher wussten. Ich höre alles, was du sagst, auch wenn ich schweige und meine Augen gebrochen scheinen. Drum sag jetzt nicht irgendwas, sondern das Richtige. Du beleidigst nicht mich, sondern dich selbst, wenn du jetzt mit deinen Freunden belanglosen Trost erörterst und mir zeigst, dass du in Wahrheit nicht mich, sondern dich selbst bedauerst, wenn du nun zu trauern beginnst. So vieles, fast alles, ist jetzt nicht mehr wichtig.
Das Richtige, was du mir jetzt sagen möchtest, wenn ich dich auch nicht mehr darum bitten kann, wäre zum ersten das, was es mir nicht schwer, sondern leichter macht, mich zu trennen. Denn das muss ich. Ich wusste es auch längst, bevor du oder der Arzt es mir mit euren verlegenen Worten eröffnet hattet. Also sag mir, dass ihr ohne mich fertig werdet. Zeig mir den Mut, der sich abfindet, nicht den haltlosen Schmerz, Mitleid ist nicht angebracht. Jetzt leide ich nicht mehr. Sag mir, dass du das und das mit den Kindern vorhast und wie du dein Leben ohne mich einrichten wirst. Glaube nicht, es sei herzlos, das jetzt zu erörtern. Es macht mich freier.
Das Richtige, was du mir jetzt sagen möchtest, wenn ich dich auch vielleicht nicht mehr drum bitten kann, wäre das Wort, aus dem ich gelebt habe. Wenn nicht bleibt vom Leben auf Erden, so sind es doch diese Worte…